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Der Mensch verstand es schon sehr bald seine Kleidung zu verzieren, das Gewebe wurde färbig oder ornamental gestaltet. Bereits 400 v. Chr. berichtet der griechische Geschichtsschreiber Herodot von einem Volksstamm am Kaspischen Meer, welche die Blätter von Bäumen zerrieben, und mit Wasser vermischten, um damit Tierfiguren auf ihre Kleider zu malen.
Die Ursprünge der Stoffdruckkunst führen wohl nach Indien, einem Land mit einem Überfluss an Baumwolle und Farbstoffen; auch der hochwertige Farbstoff Indigo kommt von dort. Von Indien gelangte die Technik des Druckens mit Holzmodeln auch in andere Länder des Orients, und nach Afrika. In Ägypten, wo die Batiktechnik schon seit dem 1. Jahrhundert vor Christus bekannt war, wurde die Stoffdruckkunst weiterentwickelt.
Der Älteste europäische Fund besteht aus Blaudruckstoffresten, die man im Grab des Hl. Cäsarius, des Bischofs von Arles (502-543 n. Chr.) fand. Der Stoffrest wurde im Reserveverfahren hergestellt und zeigt weiß ausgesparte Punkt-, Kreis- und Ringmotive.
Aus späteren Jahrhunderten, einschließlich des Mittelalters, sind aus Europa keine Blaudrucke bekannt. Zu dieser Zeit ist ausschließlich im Direktdruck gearbeitet worden.
Erst Mitte des 15. Jahrhunderts wurde in Deutschland eine Anleitung zum Zeugdruck niedergeschrieben. Während in Italien hauptsächlich kostbare Seiden bedruckt wurden, beschränkte man sich im ärmeren Deutschland auf das Bedrucken von heimischen Materialien, wie z.B. Leinen und Wolle.
Obwohl die Kenntnis des Zeugdrucks ab dem 16. Jahrhundert aus den Klöstern drang, verlor sie durch das Aufblühen der wirtschaftlichen Macht des Bürgertums erheblich an Bedeutung. Die nunmehr zu Wohlstand gelangten Bürger leisteten sich nun bestickte, oder kostbar gewebte Kleidung. In der Folge wurde der Zeugdruck immer mehr zur „Arme-Leute Kunst“.
Die Entdeckung der Seewege nach Ostindien sowie die Verarmung des ehemals reichen Bürgertums, welche durch den Dreißigjährigen Krieg ausgelöst worden war, führte zur Wiederentdeckung der in Vergessenheit geratenen Stoffdruckkunst. Vor allem die Engländer und Holländer importierten die bedruckten Baumwollstoffe („Indiennes“ genannt) nach Europa. Sie waren aufgrund ihrer warmen, leuchtenden Farben und phantastischen Musterungen hoch begehrt. Ungefähr zeitgleich wurde in Deutschland der Indigo eingeführt, und verdrängte durch seine bessere Qualität schon bald den heimischen Waid.
Im 18. und 19. Jahrhundert zeigen die Wanderkarten der Blaudruckergesellen von der großen Verbreitung der Blaudruckerkunst. Diese Epoche kann als die Blütezeit des Blaudrucks bezeichnet werden. Nach 1900 ging die Anzahl der Druckereien rapide zurück. Der Blaudruck konnte sich nicht mehr gegen die Industriestoffe und den maschinellen Mehrfarbendruck wehren, und es blieb diese Handwerkliche Kunst im Zuge der technischen Vervollkommnung in der Textilindustrie, die zunehmend schneller und preiswerter erzeugen konnte, auf der Strecke.
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