Firmengeschichte

Der von unserer Familie noch in alter Handwerkstradition gepflegte Blaudruck wird heute im deutschsprachigen Raum nur mehr sehr selten hergestellt. Bestanden im Jahre 1823 allein im Mühlviertel 17 Färbebetriebe, so gibt es, abgesehen von einem weiteren Betrieb im Burgenland, keine Blaudruckereien mehr in Österreich.

Die Blaudruckerei in unserem Hause wird heute in der 3. und 4. Generation betrieben.

 

Der erste Blaudrucker der Familie, Karl Wagner (1847 geboren in Hohenfurt, dem heute tschechischen Vissy Brod) erlernte bei seinen Pflegeeltern das Färbehandwerk und die Blaudruckerei.

Als 22jähriger ging er- wie damals üblich- auf die Walz. Die fast achtjährige Wanderschaft führte ihn unter anderem nach Basel, Hamburg, Berlin und Prag. Ein interessantes Ergebnis der Wanderschaften ist die große Verbreitung einzelner Muster.

Noch heute findet man zum Beispiel in Norddeutschland oder Ungarn ähnliche Muster wie in unserer Blaudruckerei
1878 kaufte sich Karl Wagner, inzwischen Färbermeister in Leonfelden ein Haus, das er zu einer Färberei umbaute mit Färbeküpen und Holzvorrichtungen im Dachboden zum Trocknen der Stoffbahnen- teilweise auch noch heute in Verwendung.

Nach dem Krieg 1914-1918 führte der älteste Sohn Karl (geboren 1884) die Färberei weiter. Er ging ebenfalls auf die Walz, allerdings verlor das Bedrucken der Stoffe allmählich an Bedeutung. Das Färben von Wolle, Leinen und Kleidungsstücken wurde zum wichtigsten Erwerbszweig. Nur mehr selten wurden Stoffe bedruckt.


Der dritte Karl der Familie (geboren 1932) erlernte ebenfalls das Färberhandwerk, führte eine Mechanisierung des Färbereibetriebes durch und baute denselben zu einer der ersten Wäschereien des Mühlviertels aus.
Ganz nach alter Tradition pflegte er jedoch weiterhin mit seinem Vater die Blaudruckerei und experimentierte auch mit Farbstoffen für den Direktdruck. Seit den 60er Jahren stieg die Nachfrage wieder nach Handdrucken für Heimtextilien.
Viele Leute brachten altes, handgewebtes Leinen zum Bedrucken, so dass auch die
4. Wagner-Generation angehalten wurde beim Drucken zu helfen.
Der nächste Wagner – natürlich ein Karl – hat den Betrieb seit 1998 mit seiner Frau Maria übernommen.