Das Drucken

 Beim Blaudruck handelt es sich um ein Reserveverfahren; der im Sprachgebrauch fest verwurzelte Ausdruck Blaudruck ist, technisch gesehen, unzutreffend, da mit Blau nicht gedruckt, sondern gefärbt wird.
Gedruckt wird mit einer Reserve, dem Papp. Der Aufdruck dieser farbabweisenden Masse, mit Holzmodeln, bewirkt im Färbebad, dass die mit ihr aufgedruckten Muster die Farbe nicht annehmen. Das im Indigo gefärbte Leinen wird anschließend ausgewaschen, und das Muster erscheint weiß auf blauem Grund.
Der Papp ist vergleichbar mit dem Wachs bei der Batiktechnik, und seine Rezeptur wird von keinem Blaudrucker verraten, nur innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitergegeben.
Nach dem Drucken muss der Stoff noch bis zu 4 Wochen getrocknet werden, bevor er gefärbt werden kann.

 

Das Färben

Das getrocknete Leinen getrocknetes Leinen wir auf einen Metallreifen Metallreifenaufgespannt, welcher in die Kübe eingelassen wird.

Der dazu verwendete blaue Indigofarbstoff ist von großer Wichtigkeit. Er ermöglicht durch seine besonderen Eigenschaften erst das Blaudrucken.

Im Gegensatz zu allen anderen Naturfarben, die im heißen Zustand färben, wird der Indigo in kalter Küpe gefärbt.

Der aus dem Farbbad kommende Stoff muss noch an der Luft oxidieren, wo er sich von einem Grünton in das Blau verfärbt.

Das auf einem Sternreif befestigte Leinen wird in die Färbeküpe eingetaucht.

Es ist darauf zu achten, dass sich während des Färbens die Stoffbahnen nicht gegenseitig berühren, das würde den Luftzutritt auf die „zusammengeklatschten“ Stellen verhindern, wodurch eine ausreichende Oxidation der Farblösung unterbunden wird.


Es genügt freilich nicht, den bedruckten Stoff nur einmal in das Farbbad einzutauchen; vielmehr muss dieser Vorgang (Hängenlassen des Leinens für eine bestimmte Zeit in der Küpe, das Oxidieren für eine bestimmte Zeit) vier- bis fünfmal wiederholt werden. Zwischendurch wird mit einem Stock zwischen die Bahnen geschlagen, um das Zusammenklatschen zu verhindern. Dabei färbt sich das Leinen von Grün ins Blau. „Jemanden Grün und Blau schlagen“ leitet sich von diesem Färbevorgang ab